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| Auf Biegen und Brechen | ||||||||
Die Vorgeschichte Sparta wurde 1917 gegründet und begann 1920 in Apeldoorn mit einer eigenen Fahrradfertigung. Ab den 30er-Jahren wurden auch motorisierte Zweiräder hergestellt. Anfang der 50er-Jahre profitierte Sparta, wie andere auch, von der wachsenden Nachfrage nach Mopeds und Motorrädern. Sparta war in dieser Sparte so erfolgreich, dass die weniger gewinnträchtige Fahrradproduktion 1958 eingestellt wurde. In dieser Zeit entwickelte sich Sparta zum größten niederländischen Motorradhersteller.
Erneute
Fahrradproduktion
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| Neu war die
Idee von Sparta nicht. Um 1915 konstruierte der deutsche Maschinenbauingenieur Hans Hecker
aus Nürnberg ein Fahrrad, bei dem ebenfalls der Hauptrahmen aus einem Stück bestand und
auch der Hinterbau (Sattelstrebe und Kettenstrebe) jeweils aus zwei durchlaufenden Rohren
gefertigt war. Die Produktionszahlen dieses Fahrrads dürften gering gewesen sein, denn es
ist kein einziges erhalten gebliebenes Exemplar bekannt. Es ist denn auch annehmlich, dass
Sparta nichts von diesem Hecker-Rad wusste.
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| Die technische Seite des Rahmens aus einem
Stück Im Patentantrag schrieb Sparta: "Die Erfindung bezieht sich auf die Fertigung eines Fahrradrahmens, dessen Fertigungskosten niedriger sind." Als Verkaufsargument pochte Sparta jedoch auf die vermeintliche "Unverwüstlichkeit" eines aus einem Stück hergestellten Fahrradrahmens. Das Gegenteil war der Fall. Bei einem herkömmlichen Fahrradrahmen sind die schwächsten Teile - die Verbindungsstellen der einzelnen Rohre - durch die übergeschobenen Lötmuffen doppelwandig. Das war übrigens auch beim Hecker-Rad der Fall, nicht aber beim Sparta-Rahmen. Die schwächste Stelle
des Rahmens war das Tretlagergehäuse. Es war lediglich mit Messinglot unter dem Rahmen
"festgeklebt", und diese Verbindung konnte der hohen, wechselnden Belastung beim
recht und links Treten oft genug nicht auf Dauer standhalten: es entstand ein Bruch
zwischen Tretlagergehäuse und Rahmenrohr. Auch die Verbindung zwischen Tretlagergehäuse
und Kettenstrebe war billig gemacht, insbesondere bei den späteren Modellen (ab 1984).
Die Verbindung zwischen dem Lenkkopfrohr und dem durchlaufenden Hauptrohr musste in den
70er-Jahren ebenfalls mit einer minimalen Rundumverlötung auskommen. In den 80er-Jahren
wurde dies verbessert, indem im Lenkkopfrohr mitten in der Berührungsfläche mit dem
Hauptrohr ein Schlitz eingefräst wurde, um den herum beim Warmfügen zusätzliches
Messinglot fließen konnte. Die hinteren Ausfallenden wurden einfach mit einer
Punktverschweißung mit den geplätteten Enden von Ketten- und Sattelstrebe verbunden und
nicht, wie beispielsweise bei Sportrahmen der Fall, in die Strebenrohre geschoben und
verlötet. So wurde im Rahmenbau die Maßgabe einer möglichst wirtschaftlichen Fertigung
mit möglichst kurzen Bearbeitungszeiten konsequent umgesetzt. Das einzige Zeichen, dass
beim Sparta-Rahmen auch auf Stabilität geachtet wurde, ist das Verstärkungsrohr im
Sattelrohr, das bei Damenrädern ein Einknicken des Rahmens, wie bei vielen alten
Hollandrädern der Fall, verhinderte. Eine bebilderte Beschreibung der Schwachstellen des
Sparta-Rahmens finden Sie hier.
Die Modelle
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In der zweiten Hälfte der 80er-Jahre sank die Anzahl der Rahmenvarianten wieder. Bemerkenswerte Modelle sind noch das 1984 neu herausgebrachte Einkaufsrad "Speciaal", der schöne Berceau-Rahmen, der 1986 den Mixte-Rahmen ablöste, und das Mountainbike von 1988 mit fallendem Oberrohr. 1995 hatte es wie gesagt definitiv ein Ende mit dem Rahmen aus einem Stück. Nur die Tandems wurden noch zwei Jahre länger aus bestehenden Vorräten geliefert. Sparta reorganisierte den Rahmenbau und stellte nun Räder mit ansprechenden, kapillar (muffenlos) verlöteten Rahmen her. Nach nur drei Jahren wurde jedoch der eigene Rahmenbau gänzlich eingestellt. Seitdem werden in Apeldoorn nur noch nach eigenem Entwurf in China gefertigte Rahmen montiert. | ||||
| Unter
dem Aspekt der Qualität ist es wohl zu begrüßen, wenn die insgesamt 2 Millionen
produzierten Sparta-Räder mit einem Rahmen aus einem Stück in ein paar Jahrzehnten vom
Erdboden verschwunden sind. Aber es werden sich zweifellos Fahrradliebhaber finden, die
sich auf das Sammeln von Sparta-Rädern verlegen werden. Keine leichte Aufgabe: wer dann
von jedem Modell ein Exemplar haben will, wird einen großen Schuppen brauchen - und
natürlich ein gutes Schweißgerät.
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Last update: 23.03.04